Praktikum 2010 in…ST1 Segel-und Motorbootcharter Unternehmen in Portimão

Von Mai bis September machte ich ein Praktikum in Portimao, in dem Praktikumsbetrieb Boatcharter Algarve.
Das Boatcharter-Unternehmen, das eine Jeanneau Sun Odyssey 47 betreibt unternimmt größtenteils Tagesausflüge / Sonnenuntergangs-Törns entlang der Felsenküste gen Osten in Richtung „Ponta da Piedade“.
Die Aufgaben des Praktikanten bestehen darin,
-in erster Linie ist man natürlich Co-Skipper, das heißt man setzt nach Anweisung des Skippers die Segel und alles was zum Co-Skipper Dasein dazugehört (Ankern, Anlegen, etc.)
-die Yacht sauber zu halten (Innen wie Aussen)
-die Yacht vor Ablegen vorzubereiten
-vor jedem Törn die Einkäufe zu machen
-während des Törns die Gäste „unterhalten“ Kaffe zubereiten etc.
-am Ankerplatz für die Gäste und Crew zu kochen (hier gibt der Skipper normalerweise etwas vor, aber natürlich ist er offen für Variationen und Vorschläge) und natürlich abwaschen
-nach Beendigung des Törns die Yacht mit Süßwasser abspritzen, Gläser spülen
-in der Vor- und Nachsaison bekommt man einen Einblick in das Marketing, hierzu geht man zu diversen Hotels, stellt das Charter-Unternehmen vor und versucht so neue Kunden zu gewinnen, ab und an Begleitet man auch den Skipper zu einem Freizeit-Resort um dort den möglichen Klienten das Unternehmen und das Programm vorzustellen
-eventuell fallen ab und an kleinere Reparaturarbeiten an

Zur Unterkunft:
Man wohnt auf der Yacht selbst, welche wie ein kleines Apartment ist. Man hat 2 kleine Bäder, WC, Dusche (wobei ich empfehlen würde die Duschen an Land zu benutzen, in die man mit seiner Key-Karte gelangt, sind in 2 Minuten zu Fuß zu erreichen und werden jeden Tag gereinigt) Man hat eine Küche mit 2 Spülbecken, Gasherd und –Ofen und im Salon kann man es sich auf den weich gepolsterten schönen Bänken gemütlich machen.

Internet ist auch vorhanden, zum einen wird ein Internetstick gestellt, der für kurzes Checken von Emails gedacht ist. Für längere Sessions ist das nahe gelegene Papa-Jorge auch nur 2 Minuten zu Fuß entfernt, hier hat man „free W-an“ und bekommt das Essen und die Getränke zu „Marina-Preisen“.

Für die Einkäufe steht ein sehr schicker, schneller Motorroller zur Verfügung, den man auch privat nutzen darf, um zum Beispiel Praktikanten/innen im nächsten Ort zu besuchen.

Segelerfahrung ist zwar erwünscht, aber nicht zwingend erforderlich, die nötigen Handgriffe und wichtigen Knoten bringen die 2 Skipper gerne bei und wenn man nicht auf den Kopf gefallen ist beherrscht man diese nach 2-3 Törns schon recht gut. Portugiesisch ist auch nicht wirklich erforderlich, viele Gäste sind Deutsch oder Englischsprachig, daher sollte man das Englisch schon einigermaßen beherrschen. In der Vorsaison fährt man noch nicht sehr oft Raus, maximal 2-3 Mal die Woche, aber durch Hotelakquirierung und sonstige kleinere Arbeiten gibt es doch meistens etwas zu tun. An den freien Tagen ist es natürlich wie Urlaub, bis zum nahen Strand „Praia da Rocha“ ist es nicht weit und auch zur „Partymeile: Praia da Rocha“ zu Fuß auch nur knapp 10 Minuten.

Aber man sollte nicht denken das Praktikum ist ein Partyurlaub: In der Hauptsaison geht es nämlich hoch her, in den Monaten Juni – Juli – August kann es schon mehrmals vorkommen, dass es 5-6 Törns die Woche gibt, und in diesen Wochen braucht man seinen freien Tag der Woche wirklich zum erholen. Denn wenn man alles schaffen will ist man schon mal von 8 Uhr morgens bis 10 Uhr abends auf den Beinen. Das sollte man nicht unterschätzen, es ist wirklich Arbeit.

Trotz der harten Arbeitszeiten war es für mich eine tolle Erfahrung und würde es immer wieder machen. Das Praktikumsgehalt mag einem zwischendurch für die Arbeit zu wenig erscheinen, aber ich konnte eigentlich durch das oft recht üppig ausfallende Trinkgeld meine laufenden Kosten (Essen, Trinken, ein paar Bier) meistens decken, sodass ich mir einiges meines Gehalts ansparen und mit nach Hause nehmen konnte. Man gibt eben nicht viel aus dort, man muss keine Unterkunft bezahlen und bei den Törns isst man Mittags mit und wenn davon etwas übrig bleibt kann man die Reste auch noch zu Abend essen.

Wie gesagt, für mich war es eine tolle Erfahrung und ich danke Günter Lukas und ArcoLargo mir die Möglichkeit gegeben zu haben diese Erfahrung zu machen.

Fabian Schaper

f.schaper@hotmail.com

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