Praktikum 2002 in …. T2- Tauchschule in Carvoeiro

AtlantikWährend meines viermonatigen Praktikums in der Tauchschule wurde ich im weitesten Sinne in die Arbeitsweise eines auf den Tourismus basierenden Unternehmens eingeführt. Allerdings unterscheidet sich dabei die Arbeit von den üblichen Aufgaben im Restaurant- oder Hotelgewerbe. Nicht zu unterschätzen sind körperliche Anforderungen. Unabhängig vom Wetter musste man stets fit und dabei auch freundlich sein. Kenntnisse der englischen Sprache sind unabdinglich. Gerade in letzter Zeit (Sommer 2002) nahm der Besuch von Gästen aus England und Irland stark zu, wobei deutsche Urlauber zwar immer noch mit den größten Teil ausmachten, aber gerade im August seltener waren als in den Jahren zuvor.

Um auf die Arbeitszeiten zu sprechen zu kommen, muss man erwähnen, dass ich im Vergleich zu den Praktikanten im Restaurantgewerbe mehr Arbeitsstunden hatte. Ein täglicher Einsatz von acht bis sechs war die Regel. Sonntags war frei. Pausen wurden flexibel gehandhabt. Jeden früh wurde entschieden wie man eingeteilt war. Wenn man mit den Tauchern mitfuhr, war man im Prinzip den ganzen Tag unterwegs. Die Aufgaben waren dabei das Tauchgepäck und die Flaschen zu verladen, Ausrüstung im Hafenbereich von den Autos zum Boot zu bringen, den Leuten beim Zusammenbauen der Ausrüstung zur Seite zu stehen und weitere logistische Aufgaben zu übernehmen. Nach einer zehnminütigen Bootsfahrt war man am Tauchplatz angelangt und hatte nun die Aufgabe die Taucher unter Wasser zu führen. Als sogenannter Diveguide hat man dabei meiner Meinung nach die größte Verantwortung. Denn obwohl die Taucher eigentlich über die notwendigen Vorgehensweisen und Abläufe ihrer früheren Ausbildung wegen informiert sein müssten, sah die Realität doch teilweise anders aus. Einige brevetierte (mit einer entsprechenden Ausbildung) Taucher waren aufgrund dessen, weil sie nur im Urlaub dem Tauchsport nachgehen, sehr unerfahren und benötigten Unterstützung im Voraus und während des Tauchganges. Aber gerade deswegen kann ich das Praktikum in der Tauchschule jedem empfehlen, weil hier sehr darauf geachtet wird, wer “mit uns in den Atlantik kommt oder nicht”. Es werden beispielsweise sogenannte check-dives vor einem Tauchausflug gemacht um sicherzugehen, dass gerade Frauen, ältere Menschen und Kinder für die relativ schwierigen Bedingungen im Atlantik gewappnet sind. Denn der Atlantik ist an sich kein typisches Tauchgebiet, wie die Karibik, das Mittelmeer, das Rote Meer oder die Malediven. Selbst im August konnte es aufgrund von Strömungen zu Wassertemperaturen von zwölf Grad oder schlechter Sicht kommen.

Nach den Tauchgängen, wenn die Taucher wieder zurück zur Basis kamen, wurde die Ausrüstung gewaschen. Sobald diese getrocknet und auch sonst alles in Ordnung war, konnte man so gegen sechs Feierabend machen. Dies war auch der Fall, wenn man nicht mit dem Boot rausfuhr, sondern in der Tauchschule blieb. Hierbei musste man bei der Ausbildung im Pool helfen und Kunden im Shop informieren. Auch die eigene Ausbildung wurde an solchen Tagen im Selbststudium oder in Privatstunden durchgeführt.

Des weiteren muss man festhalten, dass die Atmosphäre in der Tauchbasis sehr gut war. Die Eigentümer der Tauchschule sind nicht nur Chefs gewesen, sondern auch zu Freunden geworden. Ich hatte viel Spaß und eigentlich jeden Tag gelacht. Zu den anderen Kollegen, welche ungefähr in meinem Alter waren, habe ich heute noch Kontakt. Sprachlich habe ich meine Kentnisse sowohl in Englisch, weil eine Tauchlehrerin aus England kommt, als auch in Portugiesisch aufgrund des Sprachkurses im CLCC und des Kontaktes zu portugiesischen Tauchgästen, gesteigert.
Man muss neben all dem jedoch betonen, dass man im Gegensatz zu Hotelpraktika mit einem größeren Startkapital rechnen muss. Neben den Betreuungskosten, muss man sich um Verpflegung und Unterkunft selbst kümmern. Außerdem ist die nötige Mobilität nicht zu unterschätzen. Ich habe mir damals einen Roller gekauft und ihn am Ende meines Aufenthaltes wieder verkauft. Das ist im Endeffekt die beste Lösung. Außerdem kommen Kosten für das “Nachtleben an der Algarve”, Kino, Benzin, Versicherung usw. auf den Praktikanten zu. Allerdings entspricht dies bei weitem nicht dem, was eine entsprechende Ausbildung von PADI (Tauchverband) inklusive der unzähligen Tauchgänge kosten würde.

Über meine viermonatige Zeit in Portugal könnte ich sicherlich Romane schreiben. Da mir allerdings die Zeit fehlt bitte ich euch bei weiteren Fragen euch einfach an mich per e-mail oder Telefon zu melden.

Ben

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